Redebeiträge

Redebeitrag auf der Demonstration „Das Problem heißt Rassismus. Schluss mit der Vertuschung“ zum Aktionstag  vom 04.11. 2012- ein jahr nach dem Bekanntwerden der NSU-Morde

Phenjale, Phralale, Latcho dives
ein Hallo auch an die Widerstandsbewegung der streikenden Flüchtlingeein großes Danke an alle People of Color  und Mitstreiter_innen dass ihr es möglich gemacht habt, dass wir heute noch einmal öffentlich daran erinnern können, was vor einem Jahr  schreckliches ans Licht kam.
Unsere Solidarität und Anteilnahme gilt hier vor allen den Familien der Opfer. Wir empfinden eine tiefe Trauer über den Verlust jedes einzelnen Menschen.
Die Initiative Rromnja sagt den Ordnungskräften in diesem Land: Was ihr bei uns sucht könnt ihr bei euch finden: 
kompletter Text:Redebeitrag Das Problem heißt Rassismus

Redebeitrag auf derRefugee  Protest March Demonstration am 13.10.2012

(geplant vor der Französischen Botschaft, durchgeführt am Brandenburger Tor)
Liebe streikenden Flüchtlinge,
Ich habe Respekt vor eurem Mut und für eure Stärke!  Vielen Dank, dass ich hier sprechen darf als Mitglied der Ini Rromnja und trotz der vielen Privilegien die ich aufgrund des deutschen Passes genieße. Mein Sprechen geschieht hier aus Solidarität mit meinen Schwestern und Brüdern.
Phenjale, Phralale, schön euch zu sehen
Wir sind hier, auf dem Höhepunkt- vorerst- natürlich- eines Marsches, der so weit ging um soviel zu erreichen. Ihr seid tatsächlich Kämpfer_innen, denen die Generationen nach euch noch zu danken haben wird!
Um mich vorzustellen, beantworte ich mal die nervige Frage nach meiner Herkunft: Ich komme aus einem Land, indem es keinerlei Abschiebungen gibt, einem Land, dass nicht Familien auseinanderreisst, Leben zerstört und vom Krieg traumatisierte Menschen als Belastung und nicht als Reichtum wahrnimmt. In unserem Land gibt es weder Essenspakete noch Gutscheinsysteme. Niemand ist bei uns illegal, Residenzpflicht gibt es nicht. Wir leben solidarisch und verurteilen Rassismus aufs Schärfste.
Bei uns gibt es keine Lösungen von zwielichtigen Fragen, Rroma sind keine Probleme sondern vollwertige Bürger_innen
kompletter Text:Redebeitrag Refugee Demo

Redebeitrag auf der Demonstration“Willkommen in Neukölln, Willkommen Zuhause“ am 03.03.2012

Wir  sind Lehrerinnen, Schülerinnen und Mütter
Wir  sind Arbeiterinnen und  Studentinnen 
Wir sind arbeitslos und wir verkaufen Zeitungen,
Wir  fragen nach ein paar Cent,
Wir tragen schwere Taschen,
Wir fahren teure Autos und  klapprige Fahrräder
Wir sind Künstlerinnen, Tänzerinnen und Kämpferinnen
 Wir sind eure  Angst und euer Begehren

kompletter Text:Redebeitrag willkommen zuhause

„Und dennoch lebe ich“

Liebe Rrom_nja,liebe Freund_innen,

das Rroma-Info-Centrum & die IniRromnja laden herzlich ein zur Lesung: „Und dennoch lebe ich“ mit Nuna Stojka! Die Veranstaltung findet im Rroma-Info-Centrum statt.

Am 25.10. 2012 um 18.00 Uhr

Presseerklärung

anlässlich der Einweihung des Denkmal-Mahnmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Rroma Europas

Am 26. Oktober organisiert das Rroma-Informations-Centrum e.V. zusammen mit der IniRromnja, anlässlich der am 25. Oktober stattfindenden Einweihung des Denkmal-Mahnmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Rroma Europas eine Ausstellung von Bildern der Künstlerin Ceija Stojkas sowie eine Lesung aus ihren Büchern. Die Frauen der IniRromnja und Nuna Stojka lesen abwechselnd mit der Stimme der Rromni und Sintezza aus den Erinnerungen Ceija Stojkas und symbolisieren anlässlich der Mahnmaleinweihung die Einigkeit von Rromnja und Sintezzas. Als Rroma-Selbstorganisationen wollen wir einen eigenen Beitrag zu diesem Ereignis leisten – es würdigen und gleichzeitig in seinen Kontext stellen.

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Gedenkveranstaltung Remember Them! Na Bistren Len!

Rede:

Liebe Anwesende wir bedanken uns herzlich für Ihr/Euer kommen!
Wir, die Ini Rromnja sind ein Zusammenschluss von Berliner Rromnja und Sintizza, die nicht länger hinnehmen wollen, dass die Feindseligkeiten und Gewalt gegen uns und unsere Schwestern und Brüder verschwiegen, bagatellisiert oder gar gerechtfertigt werden. Wir setzen uns dafür ein Antiziganismus jeglicher Form zu benennen und zu bekämpfen.Rroma Aktivistinnen aus Ungarn haben zu internationalem Gedenken für die Opfer, der rassistisch motivierten Serienmorde gegen Rroma der Jahre 2008-2009 in Ungarn aufgerufen. Das heutige Gedenken findet weltweit in 148 Orten in Ungarn und international in New York, in Kansas City, in Toronto, in Derby, in Brisbane, in Granada, in Stockholm, in London, in Prag, in Hamburg, in München und in Nürnberg statt .

Wir solidarisieren uns ebenfalls mit Ihrem Aufruf und stehen hier in tiefer Trauer, um unsere ermordeten Schwestern und Brüder und in vollem Respekt vor ihren Familien und Communities.Der europaweite Antiziganismus erlebt seine gewaltvollen Höhepunkte in der Vertreibung und Ermordung von Rroma – der Boden auf dem diese Gewalt in historischer Kontinuität gedeiht ist jedoch strukturelle Diskriminierung, soziale Stigmatisierung und Alltagsrassismus gegen Rroma.

Am letzten Freitag fand in dieser Botschaft eine Diskussion statt- unter dem Titel: Sind Rroma ein Problem für Ungarn? Wir sagen: Nein! Ungarn ist ein Problem für Rroma! Allein dieser Titel ist ein Skandal und offenbart die Haltung der ungarischen Regierung.

Auf der Pressekonferenz in der ungarischen Botschaft zum Berlinale Film „just the wind“ verteilte das ungarische Ministerium für öffentliche Verwaltung und Justiz ein Flugblatt, welches wir als Individualisierung und ungeheuerliche Relativierung der rassistischen Gewalt gegen Rroma verstehen. In diesem Flugblatt finden wir kein Wort des Bedauerns, kein Wort an die Opfer, kein Kommentar zu den andauernden rassistischen Pogromen gegen Roma in Ungarn oder eine ernsthafte Aussage darüber, wie sich das Ministerium den Herausforderungen eines gewaltvollen Antiziganismus stellen wird.

Stattdessen rühmt sich das Ministerium der Einhaltung von Mindestanforderungen an jeden demokratischen Staat – nämlich der Klärung der Morde und der alsbald absehbaren Verurteilung der Mörder. Dies ist für uns eine absurde Relativierung dieser Taten und ein Leugnen der antiziganistischen Pogromstimmung in diesem Land. Nur als zynisch zu empfinden, sind dann die ebenfalls in diesem Flugblatt gemachten Äußerungen, dass in anderen Staaten auch rassistisch motivierte Morde begangen wurden.

Wir möchten heute den Opfern, ihren Familien und ihren Communities ein Stück ihrer Würde zurückgeben. Die rassistisch motivierten Morde sind individuelle Schicksale – aber Wut, Trauer und Angst sind gemeinsam geteilt. Die Erinnerung ist kollektiv und unser heutiges Gedenken solidarisch und vereint.

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